Intro

Yoga Vidya ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die Verbreitung des Yoga in Deutschland zur Aufgabe gemacht hat. Er unterhält 4 sogenannte Ashrams, in denen nach indischem Vorbild die Tradition gelebt und weitergegeben wird. Gäste können in den Ashrams beispielsweise Ausbildungen zum Yogalehrer absolvieren, an Seminaren zu Atemtechniken und Meditation teilnehmen oder individuellen Yoga-Urlaub verbringen. Der Yoga Vidya Ashram im Westerwald hatte Zero Waste Köln eingeladen, die eigenen Ansätze zur Müllvermeidung vor Ort anzuschauen und gemeinsam weitere Schritte in Richtung Zero Waste zu entwickeln.

Unser Vorstandsmitglied Malte durfte vor Ort die erweiterte Gast-Perspektive einnehmen und hinter die Kulissen schauen. In diesem Artikel beschreibt er kurz, welche Eindrücke er gewonnen hat, welche Beispiele er als Best-Practices sieht und an welchen Punkten noch Hindernisse bestehen. Für alle, die mehr wissen möchten, gibt es einen detaillierten Bericht als PDF zum Herunterladen.

Welche Zero Waste Lösungen gibt es bereits?

Tassenparkplatz

Statt an einem Tag mehrere Tassen zu verwenden, einfach eine Tasse mehrere Tage nutzen und zwischendurch auf dem Tassenparkplatz parken? Manche Dinge können so einfach sein.

Einkauf und Lagerung von Lebensmitteln

Die trockenen Lebensmittel für die Küche werden in möglichst großen Gebinden und möglichst umweltfreundlichen Verpackungen gekauft. Das Lager könnte auch zu einem Unverpacktladen gehören.

Teespender

Den ganzen Tag über können sich die Gäste aus großen Teespendern und an gefiltertem Wasser aus der Leitung kostenfrei bedienen. Für mich als Gast war es eine riesige Erleichterung, mir überhaupt keine Gedanken um meine Getränkeversorgung machen zu müssen.

Hände trocknen

In den Bädern gibt es waschbare Trockentücher statt Einwegtüchern aus Papier zum Abtrocknen der Hände

Wertstofftrennung

Vor kurzem wurde ein eigener Komposthaufen angelegt. Organische “Abfälle” verwandeln sich direkt vor Ort zu wertvollem Humus. Nebenbei machen sich 7 Biomülltonnen überflüssig

Refill

Wasch- und Putzmittel werden nachgefüllt. Die Behälter werden so lange wie möglich wiederverwendet.

Hier ist die Nachfüllstation zu sehen.

Wo gibt es Hindernisse?

Trotz viel Engagement in Richtung Müllvermeidung und vieler guter Lösungen gibt es auch einige Hindernisse.

Innerhalb der Gebäude ist die Mülltrennung noch nicht optimal. Es stehen sehr viele, einzelne, kleine Mülleimer verteilt in den Fluren und Zimmern. Wenige, größere Sammelstationen für die einzelnen Wertstoffe Papier, Verpackung, Kompost und Rest an geeigneten Stellplätzen wären konsequenter.

Bei vielen Produkten würde das Center gerne bessere Alternativen einsetzen. Es fehlen aber oft die alternativen Angebote von Lieferanten und Herstellern:

  • Sojajoghurt im Pfandglas
  • Hafermilch in der Pfandflasche
  • Waschmittel in größeren Gebinden als 10 kg
  • Putzmittel in größeren Gebinden als 5 kg
  • Toilettenpapier, das nicht mehrfach in Plastikfolie verpackt ist
  • alternative Lieferanten für die Snacks und Yoga-Artikel in der Boutique
  • vegane Teelichter, die gut brennen und möglichst verpackungsfrei sind

Es gibt hierfür Alternativen auf dem Markt. Nur sind diese oft noch nicht bekannt. Leider sind pflanzliche “Milchprodukte” wie Hafermilch und Sojajoghurt bisher flächendeckend tatsächlich nur in Einwegverpackungen erhältlich. Aber auch hier sind Lösungen mit Mehrwegbehältern in der Entwicklung.

Für alle Interessierten gibt es einen Bericht mit mehr Details als PDF zum Herunterladen.

Zero Waste Next Level

Da das Team im Westerwald einen sehr ambitionierten Eindruck gemacht hat, haben wir in einem kurzen Zero-Waste-Brainstorming überlegt, welche Bereiche mit einem erweiterten Blickwinkel noch unter die Zero-Waste-Lupe genommen werden können:

  • Technische Gebäudeausrüstung: Heizung, Warmwasser, Leitungen, etc.
  • Papierloses Büro
  • IT: Auswahl Hardware und Software, Server und Hosting, Voreinstellungen zum Energiesparen, etc.
  • Welche Versorger für Strom und Gas?
  • Welche Banken und Versicherungen?
  • Analyse von Lieferketten und Bezugsquellen in allen Bereichen, wie Möbel, Kissen, Decken, Geräte, Arbeitsutensilien, Kleidung für Mitarbeiter, Verkaufsartikel in der Boutique, etc.

Fazit

Ich ware von meinem Besuch bei Yoga Vidya im Westerwald sehr positiv überrascht. Viele der Mitarbeiter denken umweltbewusst und sind engagiert in Sachen Müllvermeidung. Einige Lösungen stellen aus meiner Sicht Best Practices dar, die ich gerne in viel mehr Betrieben aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe sehen würde.

Bei den aktuellen Hindernissen haben wir hoffentlich gute Anregungen geben können, um die nächsten Schritte in Richtung Zero Waste zu gehen.

Auf diesem Weg wünsche ich Yoga Vidya viel Freude und Erfolg und bedanke mich für die Einladung und den angenehmen Aufenthalt.

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Für alle Interessierten gibt es einen Bericht mit mehr Details als PDF zum Herunterladen.